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Märchenmund | Auszeit – Shut Down als Chance für die Kultur
Märchen erzählt von Erzählerin Melody Reich
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Auszeit – Shut Down als Chance für die Kultur

So hat die Stadt Gelsenkirchen die Ausschreibung für die 10 Künstlerstipendien genannt, die sie zu Beginn der Corona-Zeit herausgegeben hat.

Mit meinem Projekt „digitaler Märchenraum“ habe ich eines dieser Stipendien gewonnen. Ich freue mich sehr, nun bis Ende Juni zu festen Zeiten online live Märchen zu erzählen und danke dem Kulturamt der Stadt Gelsenkirchen für die wunderbare Unterstützung.

Nachdem ich den April hauptsächlich dazu genutzt habe, mich technisch vorzubereiten, für mich neue Werkszeuge im Internet kennenzulernen und das Erzählen vor der Kamera im kleinen Kreis zu erproben, geht es nun wirklich los!

Kerngedanke meines Projektes war es, trotz der häuslichen Isolation ein Gemeinschaftserlebnis beim Zuhören zu ermöglichen.

Dass das z.B. per Video-Meeting tatsächlich möglich ist, habe ich gleich zu Anfang der Corona-Zeit selbst erlebt: gemeinsam im Video-Meeting zu improvisieren, macht tatsächlich Spaß und schafft eine Verbindung zu den anderen Spielern und Spielerinnen. Noch stärker war das Erlebnis bei meinem online Retreat, das ich während 4 Tagen besuchte. Knapp 200 Menschen aus aller Welt nahmen daran teil, hörten zur selben Zeit die Unterweisungen und meditierten so wie ich. Ich konnte die anderen nur zum Teil sehen, hatte oft mein Setting so eingestellt, dass ich nur die Lehrenden sah, kannte niemanden persönlich und spürte doch durch das gemeinsame Tun eine große Verbindung zu all den anderen – auch zu denen, die ich nicht sah.

 

 

 

Digitaler Märchenraum

In meinem „digitalen Märchenraum“ starteten die Veranstaltungen am 26.04. um 19 Uhr. Ich erzählte zur Eröffnung einen Auszug aus meinem Programm „Elfengeflüster“. Drei Märchen, die ich schon lange Zeit mit großer Freude erzähle, trugen mich durch diesen ersten, aufregenden Einsatz.

Am 27.04. startete ich dann die Reihe „Märchen am späteren Abend“. Montags, mittwochs und freitags erzähle ich immer um 23 Uhr ein Märchen. Die Länge des Märchens schwankt zwischen 15 und 30 Minuten. Manchmal, selten, gibt es auch zwei etwas kürzere. Vom 27.04. – 26.06. halte ich dieses Angebot für Menschen aufrecht, die vor dem Schlafengehen ein Märchen hören und entspannen wollen.

Ich fände es wunderschön, wenn sich zu dieser Zeit eine kleine Hörgemeinschaft einfinden würde, wissend, dass sie dieses Erlebnis mit anderen im Hier und Jetzt teilt. Auch wenn wir uns nicht alle in einem Raum befinden, so sind wir doch durch das Lauschen zur selben Zeit und durch das Märchen miteinander verbunden.

 

 

 

Live erzählen im Stream auf YouTube Märchenmund

Um den Erzählfluss möglichst störungsfrei zu machen, trete ich zu diesen Terminen jeweils in einem livestream auf YouTube auf, auch wenn ich dabei mein Publikum nicht sehe. Der Chat steht allen zur Verfügung. Ich freue mich über Kommentare und Anregungen – am Besten am Ende der Erzählung, da ich während ich erzähle, nicht den Chat verfolgen kann.

Dass am Anfang immer auch mit technischen Pannen zu rechnen ist, zeigte sich bei der ersten Veranstaltung bei Märchen am späteren Abend. Diese startete für meine Zuschauenden glatte 20 Minuten später, weil ich nicht gesehen hatte, dass ich den livestream für die Zuschauenden gar nicht gestartet hatte. Nachdem ich an verschieden Punkten im Ablauf bereits zwei Mal den livestream gestartet hatte, und ich im Chat Begrüßungen bekam, war für mich klar, dass ich online bin und ich erzählte mein Märchen. Doch leider hätte ich noch an einer dritten Stelle starten müssen… so ist das bei der Eroberung von für mich neuen Techniken. Es war wunderbar für mich, dass mein Publikum am 27.04. die Geduld zu später Stunde aufbrachte und ich tatsächlich dann richtig online und live mein Märchen ein zweites Mal erzählen konnte. Ein nachhaltiges Lernerlebnis!

Nach dem Ende einer Veranstaltung im livestream lasse ich das Video, das als Mitschnitt entstanden ist für einen Tag in voller Länge online. Danach ersetze ich es durch einen Ausschnitt.

Wenn sich herausstellt, dass ein Video-Meeting mehr Verbundenheit schafft, bin ich gern bereit, auch dies auszuprobieren. Für interaktive Formate im „digitalen Märchenraum“ sind diese sowieso geplant. Nur wo es um das reine Zuhören und Erzählen geht, scheint mir im Moment ein livestream die bessere Wahl zu sein. Gern höre ich dazu eure/Ihre Meinung! Der „digitale Märchenraum“ ist schließlich ein Projekt und als solches in Bewegung.

 

 

1 Comment

  • Wolfgang Reich

    29.04.2020 at 23:43 Antworten

    Ich finde die Idee mit dem digitalen Märchenraum prima!
    ❤️👍🏻

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